Irène Joliot-Curie

Entdeckerin der künstlichen Radioaktivität (1897-1956)

Besondere wissenschaftliche Verdienste

  • 1935 Nobelpreis für Chemie zusammen mit Frédéric Joliot.
  • Künstliche Herstellung von Isotopen aus den natürlichen chemischen Elementen. Erforschung der Verwendbarkeit von radioaktiven Substanzen für medizinische Zwecke.
  • Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Institutionen (u. A. Mitglied im Comité National del' Union des Femmes Françaises und des Weltfriedensrates).

Lebenslauf

Poster Irène Joliot-Curie
Irène Joliot-Curie

1897  Am 12. September wird Irène Curie in Paris als Tochter der berühmten Eltern Marie und Pièrre Curie geboren. Diese fördern schon früh Irènes Interesse für Physik und Mathematik, für das sie ein außergewöhnliches Talent zeigt. So erhält sie Privatunterricht. Zu ihrer Entwicklung tragen die fruchtbaren Gespräche mit ihrer Mutter Marie Curie bei.

1914  Irène Curie besucht die Sorbonne in Paris und studiert Mathematik und Physik.

1916–1918 Im 1. Weltkrieg unterbricht sie ihr Universitätsstudium und unterstützt ihre Mutter. Gemeinsam entwickeln sie eine mobile Röntgenstation ("Röntgenwagen“) und untersuchen an der Front verletzte Soldaten.

1918-1924  Am Radium-Institut in Paris arbeitet Irène als Assistentin ihrer Mutter und promoviert in Physik über die Alphastrahlen von Polonium.

1926  Irène heiratet Frédéric Joliot  – einen Assistenten ihrer Mutter. Beide verbringen viele Stunden mit wissenschaftlichen Arbeiten im Labor.

1927  Geburt ihrer Tochter Hélène.

1932  Geburt ihres Sohnes Pièrre.

1934  Irène und Frédéric Joliot erforschen die Verwendbarkeit von radioaktiven Substanzen für medizinische Zwecke. Sie präsentieren die Kreation eines künstlichen radioaktiven Elementes, ein Isotop des Stickstoffs.

1935  Für die Synthese der neuen radioaktiven Elemente erhält Irène Joliot-Curie gemeinsam mit ihrem Mann den Nobelpreis für Chemie.

1936  ist Irène Joliot-Curie als Staatssekretärin die erste Frau in der von Léon Blum geführten Volksfrontregierung (ein Bündnis zwischen Kommunisten, Sozialisten, Liberalen und Gewerkschaften).

1937  wird sie Professorin an der Sorbonne. Sie forscht auf dem Gebiet der Kernspaltung.

1946  Sie wird Direktorin des Radium-Instituts in Paris.

1946-1950  Irène Joliot-Curie arbeitet als Leiterin der französischen Atomkommission.

1956  Im Alter von 58 Jahren stirbt Irène Joliot-Curie am 17. März an Leukämie aufgrund jahrelanger Strahlenbelastung.