Melli Beese

Erste deutsche Pilotin (1886-1925)

Besondere Verdienste

  • Erste deutsche Pilotin, Flugzeugkonstrukteurin
  • Gründerin einer eigenen Flugschule
  • Melli Beese meldete mehrere Patente für verschiedene Flugzeugtypen an, z. B. für ein zerlegbares Flugzeug, ein Wasserflugzeug und ein Leichtflugzeug.

Lebenslauf

Poster Melli Beese
Melli Beese

1886  Amelie Hedwig Beese wird am 13. September in Dresden geboren. "Melli" wird ihr Kosename.

Melli Beese studiert zunächst an der königlichen Akademie der freien Künste in Stockholm. Finanziell wird sie dabei durch ihren Vater unterstützt. Sie hört von den ersten Flugversuchen in Deutschland. Die Flugsehnsucht packt sie.

1909/1910  Sie kehrt nach Dresden zurück und besucht Gast-Vorlesungen in Mathematik, Schiffsbau, Flugzeugtechnik und -mechanik am Politechnikum.

1910  Der Vater unterstützt den Plan seiner Tochter, Pilotin zu werden. Viele Flugschulen lehnen Melli Beese jedoch als Flugschülerin ab, da ihr als Frau die Tätigkeit einer Pilotin nicht zugetraut wird. Im November findet ihr erster Schulungsflug statt.

1911  Am 8. September besteht Melli als erste Deutsche die Prüfung zur Flugzeugführerin auf dem Flugplatz Berlin-Johannisthal und erhält an ihrem 25. Geburtstag den Flugschein Nr. 115.
Kurz darauf fliegt Melli 825 Meter hoch – eine Französin hatte zuvor 450 Meter geschafft.

1912  Melli Beese gründet eine eigene Flugschule "Melli Beese" in Berlin-Johannisthal und arbeitet zudem als Flugzeugkonstrukteurin.

1912-1914  Sie meldet mehrere Patente an: z. B. für ein „zerlegbares Flugzeug“, ein Wasserflugzeug und ein Leichtflugzeug.

Melli stürzt mehrmals ab und zieht sich ernsthafte Verletzungen zu, die sie vom Fliegen jedoch nicht abhalten.

1913  Melli Beese heiratet den französischen Piloten Charles Boutard.

1914  Mit der Heirat gilt sie im 1. Weltkrieg als Französin, ihr wird daraufhin die Lehr- und Geschäftserlaubnis entzogen. Mellis Mann wird als Franzose verhaftet. Ihre Flugschule wird beschlagnahmt, die Flugzeuge werden für Kriegszwecke eingesetzt. Dies bedeutet den finanziellen Ruin von Melli Beese.

1917  Freilassung von Charles Boutard und Zwangsumsiedlung.

1925  Als Melli Beese versucht, ihre Flugzeugführungsprüfung erneut abzulegen, da die Lizenz abgelaufen ist, landet sie die Maschine zu Bruch. Der Traum vom Fliegen ist vorbei. Für ihre durch den Krieg zerstörten Flugzeuge erhält sie keinerlei Entschädigung.

Als Folge schwerer Rückschläge und seelischer Depressionen nimmt Melli Beese sich am 22. Dezember das Leben.