Maria Gaetana Agnesi

Ein mathematisches Genie (1718-1799)

Besondere wissenschaftliche Verdienste

  • Lehrbuch Grundlagen der Analysis (1748)
  • Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften von Bologna
  • Mathematikprofessorin an der Universität Bologna

Lebenslauf

Poster Maria Gaetana Agnesi
Maria Gaetana Agnesi

1718  Maria Gaetana Agnesi wird als ältestes von 21 Kindern in Mailand geboren. Ihr wohlhabender Vater entdeckt und fördert ihre außerordentlichen geistigen Fähigkeiten.

1731-1733  Sie lernt Griechisch, Hebräisch, Französisch, Spanisch und Deutsch. Auch entwickelt sie schon früh ein intensives Interesse für die Mathematik. Das Haus Agnesi wird Treffpunkt Intellektueller aus aller Welt. Maria nimmt an den meisten Seminaren teil und engagiert sich in abstrakten philosophischen und mathematischen Diskussionen mit den Gästen.

1738  Maria Agnesi veröffentlicht eine Ansammlung komplizierter Abhandlungen über Wissenschaft und Philosophie.

1748  Mit 29 Jahren veröffentlicht Maria Agnesi eine umfassende Synthese der neuen Mathematik. Sie erarbeitet zahlreiche Beispiele, Aufgaben und eigene Ableitungen. Das Lehrbuch Grundlagen der Analysis gilt als erstes systematisches Werk dieser Art und wird in zahlreiche Sprachen übersetzt. Maria Agnesi erwirbt Ruhm und Anerkennung. Sie wird für dieses Werk in die Akademie der Wissenschaften von Bologna aufgenommen.

1750  Papst Benedikt XIV. ernennt Maria Agnesi zur Professorin der Universität Bologna, wo sie den Lehrstuhl für Mathematik bekommen soll. Trotz der Zusprache von Laura Bassi, der ersten Professorin Italiens, übt Maria Agnesi ihre Lehrtätigkeit nicht aus.

1752  Nach dem Tod ihres Vaters verlässt Maria die Universität und ihre Familie. Als fromme Frau widmet sie ihre weiteren Lebensjahre der Ausübung ihres Glaubens und der sozial-karitativen Arbeit. Maria beendet ihre mathematische Karriere und studiert Theologie. Sie sorgt für Arme und Kranke, die sie in ihrem Haus unterbringt.

1771-1799  Maria Agnesi übernimmt die Leitung der Frauen-Abteilung eines Altenheims und widmet die letzten 28 Jahre ihres Lebens dieser Einrichtung, wo sie zuletzt auch selbst wohnt und am 9. Januar 1799 stirbt.

Anmerkungen

Es gibt viele Spekulationen über das Motiv Maria Agnesis, ihre wissenschaftliche Karriere abzubrechen.
Trotz der Anerkennung, die ihr entgegengebracht wurde, galt sie als „seltene Abweichung von der weiblichen Norm”. Als solche hat der geltungsbedürftige Vater seine hochbegabten Töchter Maria Gaetana und Maria Teresa (Musikerin) von Kind auf inszeniert und Aufsehen erregend vorgeführt.

Eine permanente Konfrontation mit Vorurteilen und die Loslösung von der Familie mögen einer der Gründe gewesen sein, eine dem weiblichen Geschlecht zugewiesene sozial-karitative Rolle anzunehmen.