Lutz Wettstein

Wirtschaftsingenieurwesen, Diplom, 2001

Lutz Wettstein

Wie ich auf die FH Lübeck gekommen bin

Seit meiner Kindheit bin ich technikbegeistert. Dazu gesellte sich ein Interesse an wirtschaftlichen Abläufen. Damit drängte sich ein Studium zum Wirtschaftsingenieur quasi auf. Ich bewarb mich auf ein duales Studium und klopfte gleichzeitig - als "Plan B" sozusagen - die regionalen Möglichkeiten ab. Alles in allem passte die FH Lübeck sowohl vom Studienangebot als auch von der örtlichen Nähe sehr gut in mein Konzept. Zu dem Zeitpunkt wohnte ich noch bei meinen Eltern und verfügte über ein eher schmales Budget.

Meine Highlights aus dem Studium

Ein definitives Highlight war die Teilnahme an dem eLearning-Modul "Marketing", welches mit zwei Partnerhochschulen durchgeführt wurde: der privaten Nordakademie und der TFH Berlin. Die Kommilitonen der Partner-FHs waren sogar ein Wochenende bei uns zu Gast, um Erfahrungen auszutauschen und ein Fazit zu ziehen. Das waren die Anfänge der FHL-Tochter oncampus.

Ein kurzer Rückblick auf das Studium

Zu Beginn des Studiums genossen wir "Frischlinge" eine herzallerliebste Einführung durch ältere Semester. Ebenso war man in der Fachschaft immer ein willkommener Gast, sei es, um über Fachthemen zu philosophieren oder einfach ein Plausch zu halten.

Zunächst zum Grundstudium: das erste Semester fühlte sich wie Schule an, was an einer ähnlichen Konfiguration der Fächer lag. Als diese Eingewöhnungsphase beendet war, folgten im zweiten und dritten Semester durchaus anspruchsvolle Vorlesungen mit Herausforderungen an Geist und Witz gleichermaßen. Die Fächerkombination Physik und Mathematik als Leitungskurse am Gymnasium waren die optimale Vorbereitung dafür.

Im Hauptstudium konnte die Fachrichtung nach den eigenen Neigungen gewählt werden. In meinem Fall war dies "Internationales Verkehrs- und Kommunikationswesen", kurz IVK. Durch ein Praktikum bei Dräger am Standort Lübeck war es möglich, das siebte Semester parallel zu studieren – obwohl das bei den Profs nicht gerne gesehen wurde.

Der erste Job und wie es dazu kam

Der Weg zu meinem ersten Job begann bereits in meinem Praktikumssemester. Nach vier Bewerbungen und den jeweiligen Vorstellungsgesprächen war klar, dass ich bei der Drägerwerk AG mein Praktikum im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit absolvieren wollte. Damals wurde das erste professionelle Content Management System für Dräger angeschafft. Dieses Projekt inklusive des Aufbaus und der Gestaltung der neuen Webseiten durfte ich begleiten. Nach dem erfolgreichen Re-Launch fand das übliche Projektabschluss-Meeting statt, bei dem ich fleißig Visitenkarten verteilte. Damals hatte ich noch ein Gewerbe zur Erstellung von Websites angemeldet. Das konnte ich unter anderem, weil an der FHL sehr praxisbezogene Vorlesungen für diesen Bereich angeboten wurden. Zwei Wochen nach dem Abschluss des Praktikums klingelte das Telefon und ich wurde als freier Mitarbeiter angestellt. Vormittags studierte ich und nachmittags pflegte ich die Websites von Dräger.

Aufgrund der Beziehungen ergab sich ein Diplomarbeitsthema in der Dräger-Tochtergesellschaft in Pittsburgh, bei dem ich eine Bilddatenbank einführte. Leider fiel die Ausarbeitung und Umsetzung vor Ort in den Zeitraum August/September 2001, so dass ich am 11. September vor Ort war und die Beklemmung dieses Ereignisses hautnah miterlebte. Meinen Studienabschluss konnte ich noch im Jahr 2001 realisieren. Zwei Monate später konnte ich nach dem Durchlaufen eines kompletten Bewerbungsprozesses eine Planstelle besetzen. Zwar gab es auch Mitbewerber, jedoch brachte die geleistete Arbeit in dem vorangegangenen Zeitraum den entscheidenden Vorteil.

Meine jetzige Tätigkeit

Nach wie vor arbeite ich im Dräger-Konzern als Digital Marketing Manager. Von "Wie finden uns potenzielle Kunden im Internet?" über Informationsaufbereitung und –bereitstellung bis zum qualifizierten Kontakt für den Vertrieb passe ich unsere digitalen Kanäle an und optimiere diese als Teil der (neu-deutsch) Customer Journey. Diese Aufgabe hat übrigens nichts mit IT zu tun, sondern ist originär dem Marketing zuzuordnen.

Meine Tipps an die Studierenden von heute

Aus meiner Erfahrung kann ich drei Punkte empfehlen:

  1. Machen Sie viele Praktika, damit Sie wissen, was Sie nicht wollen. Das merkt man nämlich sehr schnell, wenn man direkt in der Situation steckt. Das ist insbesondere wichtig, wenn Sie gerade aus der Schule kommen und noch keine Ausbildung oder Berufserfahrung haben.
  2. Machen Sie sich das eigene Ziel klar und skizzieren Sie den Weg dorthin - es kommt ohnehin immer alles anders.
  3. Konzentrieren Sie sich am besten immer nur auf eine Sache – wenn mehrere (umfangreiche) Dinge parallel laufen, sinkt die Qualität, und man bekommt nur oberflächlich etwas mit und kann die Sachlage schlechter einschätzen.