Stefan Marx

Biomedizintechnik, Diplom, 2012

Stefan Marx

Wie ich auf die FH Lübeck gekommen bin

Als ich mir sicher war, dass ich Medizintechnik studieren werde, gab es nur eine begrenzte Auswahl von Hochschulen, an denen dieser Studiengang angeboten wurde. Die Fachhochschule Lübeck war 2006 nur noch eine von Wenigen, die den Abschluss als Diplom-Ingenieur (FH) anbot. Dies war einer der Hauptgründe für mich, hier zu studieren.

Meine Highlights aus dem Studium

Die Highlights des Studiums befanden sich für mich in den Nebentätigkeiten, in denen man lernt, für andere Verantwortung zu übernehmen. Von Anfang an brachte ich mich aktiv in die Segelgruppe der Fachhochschule Lübeck ein, ohne jegliches maritime Vorwissen. Anfangs nur zur Bootsbetreuung eingesetzt, arbeitete ich mich im Verlauf zur Organisation der Segelausbildung und schließlich bis zum Vorstandsvorsitzenden hoch.

Weiterhin engagierte ich mich im AStA im technischen Bereich. Hier ist als Highlight selbstverständlich die jährlich vom AStA ausgerichtete Erstsemesterparty zu nennen. Wenn man einmal miterlebt hat, welcher zeitliche Aufwand und welch finanzielle Verantwortung sich hinter einem solchen Event verbirgt, kann man vor dem Organisationsteam nur den Hut ziehen, also: "Chapeau nochmals!".

Besonders interessant war auch das Praxissemester, welches ich bei der bluepoint medical GmbH absolvierte. Dort habe ich mich an die Ansteuerung von Mikrokontrollern herangetastet. Darüber hinaus habe ich in dieser Zeit Berührungspunkte mit der Qualitätskontrolle von Pulsoximetern, dem Produktionsprozess von Handheld-Atemgasmessgeräten sowie der Lagerverwaltung und Logistik gehabt.

Für eine Zusatzqualifikation als DGQ Quality Systems Manager Junior praktizierte ich in der oncampus GmbH an der Fachhochschule Lübeck und erstellte hierzu eine Studienarbeit über die Qualitätskonformität des Produktionsprozesses. Hier haben mir besonders der Kontakt zu den Prozessbeteiligten, sowie die detektivische Arbeit am Prozess gefallen, welche notwendig ist, um etwaige Defizite aufzudecken.

Meine Diplomarbeit absolvierte ich dann im Labor für Medizinische Sensor- und Gerätetechnik mit dem Schwerpunkt der Softwareerstellung zur Konzeptüberprüfung eines optischen Systems. Der Abschluss war damit gleichzeitig die spannendste und abwechslungsreichste Zeit des Studiums. Hierbei kreisten die Aktivitäten um die Programmierung, den Aufbau von optischen Systemen sowie die Durchführung von optischen Tests und die Interpretation deren Ergebnisse. Meinem Erachten nach sollte eine Diplomarbeit immer so facettenreich sein.

Ein kurzer Rückblick auf das Studium

Das Studium selbst war zu Beginn für mich persönlich furchteinflößend. Gerüchte von Dozenten mit fragwürdigen Bewertungsmethoden machten die Runde. Diese Methoden verlangten nach besonderen Strategien, um die gestellten Aufgaben zu bewältigen. Galt es doch, zur Aufrechterhaltung des eigenen Egos, alles in jedem Fall zu bestehen. So schob ich die eine oder andere Klausur, um bei einem dem Studenten wohlgesonnenen Dozenten zu schreiben. Dafür verlängerte sich die Studienzeit entsprechend.

Nichtsdestotrotz lernte ich, dass es möglich ist, alle diese Hürden zu meistern, wenn man sich genügend Zeit nimmt, mit der Materie vertraut zu werden und die Anforderungen zu verstehen. Im Grundstudium bedeutete das: rechnen und so viele Altklausuren wie möglich durchzuarbeiten.

Im Hauptstudium kam dann auch das Verstehen hinzu und der Fokus der Anforderungen richtete sich auf für mich interessantere Themen wie Röntgentechnik & Strahlenschutz, Qualitätsmanagement, Biomechanik, Sensorik & bioelektrische Messsignale.

Am meisten hat mir das breite Spektrum gefallen, was wohl auch an meiner unentschlossenen Natur liegt. Alles ist irgendwie interessant.

Der erste Job und wie es dazu kam

Nach dem Studium wagte ich den Quereinstieg als Softwareentwickler im Bereich Embedded-Systems bei der Euroimmun AG. Musste aber nach kurzer Zeit feststellen, dass ich mit meinem, auf diesem Gebiet, selbsterlernten Halbwissen schnell an meine Grenzen stoße.

Meine jetzige Tätigkeit

Eine neue Herausforderung fand ich beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Nach Absolvierung der Laufbahnausbildung für den gehobenen technischen Verwaltungsdienst bin ich schwerpunktmäßig im Bereich der Wehrpharmazie, Sanitätseinrichtungen und Sanitätsausstattungen eingesetzt. Hier wirke ich an der Beschaffung von Laborgeräten mit. Da das BAAINBw mit seinen nachgeordneten wehrtechnischen Dienststellen auch die Bereiche der Forschung und Erprobung sämtlicher in der Bundeswehr verwendeter Technik und Gerät verantwortet, gibt es unzählige Möglichkeiten für eine berufliche Weiterentwicklung. Dabei ist keine zwingende Bindung an den Studiengang gegeben. Den Ausschlag gibt vielmehr die Richtung der bisher erworbenen Kenntnisse.

Meine Tipps an die Studierenden von heute

Mit genügend Einsatz und entsprechendem Willen kann man sehr Vieles möglich machen. Habt den Mut, euren eigenen Weg zu gehen. Nehmt euch die Zeit, auch einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Probiert euch in einem zusätzlichen Praktikum in einem Bereich aus, der eventuell nicht auf direktem Weg zum Abschluss liegt. Und neben all dem Lernen, vergesst nicht zu leben. Genießt die Nähe zum Meer, das Sportangebot und vielleicht auch mal die Möglichkeit, eine Runde zu segeln.