Andreas Aplowski

Nachrichtentechnik, Diplom, 1980

Wie ich auf die FH Lübeck gekommen bin

Nach einer Berufsausbildung zum Elektromechaniker erwarb ich auf dem zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife. Um einen Studienplatz bewarb ich mich in Norddeutschland und wählte aus den Angeboten die FH Lübeck aus. Die Werbung in den zugesandten Unterlagen sprach mich sehr an. Dasselbe gilt auch für die Stadt und das Umland.

Meine Highlights aus dem Studium

Die Feiern auf dem Campus waren prima. Die neuen Kontakte zu den Studentinnen und Studenten, damals auch schon aus dem Ausland, führten zu einem Netzwerk, das in Einzelfällen nach über dreißig Jahren bis heute noch hält.

Fachlich würde ich als Highlight die Übungen im Labor und meine Abschlussarbeit bezeichnen: Empfänger für drahtlose Mikrofonübertragung; Optimierung von Verstärker, Antennenanlage und -zuleitung. Es handelte sich um die Anlage im großen Hörsaal.

Ein kurzer Rückblick auf das Studium

Das Studium war anspruchsvoll und vielseitig. Neben dem fachlichen Schwerpunkt lernte ich etwas über Arbeits- und bürgerliches Recht, Ergonomie und natürlich auch über Physik und Chemie. Alles Grundlagenwissen, das ich bis heute gut nutzen kann. Bis auf die Mikroprozessortechnik war die fachliche Lehre gut. Die Mikroprozessoren zogen Ende der Siebziger Jahre erst in die angewandte Technik ein. Die FH war damals noch nicht soweit. Die Dozenten, später Professoren, begegneten uns überwiegend auf Augenhöhe. Es herrschte ein gutes Klima.

Der erste Job und wie es dazu kam

Meine Bewerbungen sandte ich bundesweit an Unternehmen der Unterhaltungselektronik, der Automobilindustrie und der Elektrotechnik. Aufgrund weniger Absagen konnte ich mir quasi aussuchen, welches Angebot ich annehme. Weil die Unterhaltungselektronik damals bereits in Richtung Asien abwanderte, startete ich als Jungingenieur bei Siemens in Braunschweig. Dort entwickelte ich drei Jahre lang mikroprozessorgestützte Bahnsteuerungen für U-Bahnen. Nachdem dort die Aufträge einbrachen, wechselte ich zu einer Aufsichtsbehörde. Dort qualifizierte man mich zum Gewerbeaufsichtsbeamten. Zugangsvoraussetzung war ein abgeschlossenes technisches Studium.

Meine jetzige Tätigkeit

Inzwischen arbeite ich im 32. Jahr in diesem Geschäftsbereich des Landes Niedersachsen. Nachdem ich 20 Jahre Unternehmen auf den Gebieten Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz überwachte, erhielt ich die Chance, Führungsaufgaben zu übernehmen. Erfahrungen sammelte ich an vier Standorten der Gewerbeaufsicht, u. A. auch in Ministerien. Nach dem Standort in Celle leite ich nun seit vier Jahren den Standort Braunschweig mit 100 Beschäftigten. Die Aufsichts- und auch die Leitungstätigkeit hat mir aufgrund der Vielseitigkeit immer sehr viel Spaß gemacht. Ich möchte kein Jahr missen. Dabei schließe ich meine ersten Erfahrungen in der Hardwareentwicklung ein.

Meine Tipps an die Studierenden von heute

Im Laufe einer beruflichen Biografie bieten sich viele Angebote, Fachwissen und auch Methodenkompetenz weiterzuentwickeln. So manche, zunächst nicht interessante Tätigkeit, entpuppt sich als interessanter Job. Die Formel lautet: Alles mitnehmen, was sich bietet und irgendwie passt. Niemals engstirnig den Traumjob suchen. Diesen gab es früher nicht und heute erst recht nicht. Dafür ist die rasante Entwicklung in allen Lebens- und Arbeitsbereichen verantwortlich. Gern Neues wagen, denn nur wer Mut hat, entwickelt sich und kommt weiter.