Mit Inkrafttreten der novellierten europäischen Richtlinie über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung im März 2006 gelten veränderte und zum Teil strengere gesetzliche Anforderungen für die Qualität und die Bewirtschaftung von Badegewässern. Neben den neuen Untersuchungsparametern Escherichia coli und intestinalen Enterokokken mit neuen Beurteilungswerten bringt die Richtlinie auch ein neues Verfahren zur Einstufung der Badegewässerqualität. Zu dem steht in der neuen Richtlinie über die bloße Datensammlung und Bewertung der Badegewässer hinaus die aktive Verbesserung der Badegewässerqualität im Mittelpunkt. Eine Forderung der Badegewässer-Richtlinie, die in Schleswig-Holstein mit der Badegewässerverordnung vom April 2006 in nationales Recht umgesetzt wurde, ist die Erstellung von Badegewässerprofilen für alle EU-Badestellen des Landes bis spätestens 2011. Als für die Badegewässer zuständiges Ministerium trägt das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren die Verantwortung für die Erstellung dieser Badegewässerprofile. Die Erstellung selbst, sowie die Überprüfung und Aktualisierung dieser Badeprofile ist die Aufgabe der Kreise und kreisfreien Städte.

Im Sinne einer landesweit einheitlichen Erstellung soll unter der Federführung des Ministeriums eine einheitliche Datengrundlage in Form einer Datenbank und einer kartographische Darstellung geschaffen und die Erstellung der Badegewässerprofile zentral koordiniert werden. Das schleswig-holsteinische Sozialministerium hat das Labor für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik damit beauftragt, die Erstellung der Badegewässerprofile in den Kreisen und kreisfreien Städten zu koordinieren und durch fachliche Beratung zu unterstützen. Die Badegewässerprofile bestehen unter anderem aus einer Beschreibung der physikalischen, geographischen und hydrologischen Eigenschaften des Badegewässers und der relevanten Oberflächengewässer im Einzugsgebiet der Badestellen, die zur hygienischen Verschmutzung des Badegewässers beitragen können. Ein wichtiger Bestandteil der Profile ist weiterhin die Ermittlung und Bewertung aller Verschmutzungsquellen, die zu einer Beeinträchtigung der Badegewässerqualität und damit der Gesundheit von Badenden führen können. Hierbei sind die Erfahrungen und Erkenntnisse aus einem vom Labor für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik durchgeführten Forschungsprojekt zur Verbesserung und Sicherstellung der Badegewässerqualität an Badestellen im Kreis Rendsburg-Eckernförde von großer Bedeutung.