Fachhochschule Lübeck
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Possehl-Ingenieur-Preis 2009
Zusammenfassung
Zwei Absolventen erhielten Possehl-Ingenieur-Preis 2009
16.11.2009
Am Freitag, d. 13. November 2009 vergab die Possehl-Stiftung den Possehl-Ingenieur-Preis für die beste Abschlussarbeit des Jahres 2009 der Fachhochschule Lübeck. Die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Possehl-Stiftung, Renate Menken, nahm die Preisverleihung im Audienzsaal des Lübecker Rathauses vor.

Im 40sten Jubiläumsjahr der FH Lübeck wurde der Possehl-Ingenieur-Preis bereits zum 27. Mal an eine Absolventin oder einen Absolvent der Fachhochschule Lübeck vergeben. In diesem Jahr hatte sich die Jury für zwei Diplomarbeiten entschieden und vergab somit zwei gleichwertige Preise zu je 4.000 Euro. Förderprämien waren damit nicht vorgesehen.

Den ersten Possehl-Ingenieur-Preis erhielt der Diplomingenieur (FH) Manuel Bracker für die Abschlussarbeit Entwicklung eines resonatorintern frequenzverdoppelten Single-Longitudinal-Mode Pr:YLF-Lasers im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften, Studiengang Physikalische Technik unter der Betreuung von Prof. Dr. Joachim Brunn. Bei der in Lübeck ansässigen Laserfirma COHERENT Lübeck GmbH fertigte er seine Diplomarbeit an, die firmenseitig von Dr. von Elm, COHERENT Lübeck GmbH betreut wurde.

Beschreibung

Festkörperlaser stehen seit ihrer Erfindung im Jahre 1960 unentwegt im Fokus von Forschung und Entwicklung. Die Verwendung alternativer Festkörpermaterialien als laseraktive Medien stellt gerade bei der Erschließung neuer Emissionswellenlängen ein aussichtsreiches For¬schungsgebiet dar.

Ziel der Diplomarbeit war es, die Bandbreite einer UV-Laser-Emis¬sions¬linie durch einen sogenannten Single-Mode-Betrieb mit Hilfe eines geeigneten Filters zu verbessern, um damit die technischen Grundlagen für die Ent¬wicklung eines neuen Produktes zu legen.

Mit Praseodym dotiertes Yttrium-Lithium-Fluorid, kurz Pr: YLF, ist aufgrund seines weiten Emissionsspektrums ein für die Lasertechnik vielver¬sprechendes Verstärkermedium. Bisher hat Pr: YLF allerdings kaum Anwendung gefunden aufgrund fehlender geeigneter Pumplichtquellen, mit denen der Laser angeregt wird. Im Jahre 2007 wurde von der Universität Hamburg in Zusammenarbeit mit der Firma COHERENT erstmals ein UV-Laser mit Pr:YLF als aktivem Material vorgestellt.

In der Diplomarbeit ging es darum, einen Single-Mode Pr:YLF-Laser mit einer Emissionswellen¬länge von 360 nm unter Laborbedingungen zu realisieren und anschließend zu charakterisieren. Herr Bracker hat dabei systematisch in diese hoch-komplexe Tech¬nologie eingeführt. Die Grundlagen, die rele¬vanten Themen¬bereiche wie bspw. Lasermoden (Wellenlänge), Lyot-Filter, nicht¬linearer Effekt der Frequenz-verdopp¬lung u.v.m. sowie die angewendeten Messmethoden wurden sinnvoll und nachvollziehbar dargelegt.

Die durch Frequenzverdopplung aus der Pr:YLF-Emissionslinie erzeugbare UV-Wellen-länge findet vor allem in der Fluoreszenzmikroskopie in der medizinischen Forschung Anwendung, bspw. zur Markierung von Zell¬kernen bei der Untersuchung von DNA oder zur Identifikation von Molekülstrukturen in der Raman-Spektroskopie. Die Frequenzen des Streulichts und die Frequenz des Laserlichts, mit dem die Moleküle dabei bestrahlt werden, liegen sehr dicht beieinander, sodass extrem schmalbandige Laserstrahlung erforderlich ist, um diese Frequenzunterschiede auflösen zu können. Diese Voraussetzung erfüllen die so genannten "Single-Frequency"- oder "Single-Mode" -Laser.

Der zweite Possehl-Ingenieur-Preis ging an den Diplomingenieur Tobias Donder für die Abschlussarbeit Entwicklung mobiler, standortbezogener Software für Apple iPhone OS im Fachbereich Elektrotechnik & Informatik, Studiengang Informationstechnologie und Gestaltung unter der Betreuung von Prof. Dr. Stefan Krause, FB E & I.

Beschreibung

Die Spielebranche konnte in den letzten Jahren weltweit ein wirtschaftliches Wachstum erzielen. Im Gegensatz zu anderen Branchen zeigte die Wachstumskurve steil nach oben. Zunächst auf Computer- und Konsolenspiele im Heimbereich spezialisiert, öffnet sich die Spieleindustrie aktuell verstärkt dem Markt mobiler Unterhaltung. Diesem Trend haben sich auch die Hersteller von Mobiltelefonen angeschlossen. Bei den Angeboten der mobilen Unterhaltung wurde jedoch der Standort des Spielenden bisher nicht mit einbezogen.

An dieser Nahtstelle zwischen Mobilität, Unterhaltung und ortsabhängigem Service setzt die vorliegende Diplomarbeit an. Es wurde ein Programm entwickelt, das dem Benutzer in Abhängigkeit seines aktuellen Standortes Unterhaltungsmöglichkeiten bietet, die mit einem üblichen PC- oder Konsolenspiel nicht möglich sind.

Die Ausgangsüberlegung dafür beruht auf dem Prinzip des Quiz-Spiels, ein weithin erfolgreiches und akzeptiertes Spielkonzept. Was diesem jedoch auch fehlt, ist der Bezug zum aktuellen Standort des Spielers. Deshalb war es Ziel dieser Diplomarbeit, ein mobiles Quiz Spiel mit Standortbezug zu entwerfen und umzusetzen und damit eine Release-fähige Software für das Apple iPhone bereitzustellen.

Die Aufgabenstellung dafür sah eine adäquate Gestaltung der Benutzeroberfläche und eine möglichst einfache Bedienung der Software vor. Das Quizspiel sollte es den Teilnehmenden ermöglichen, Fragen nicht nur zu beantworten, sondern auch selbst zu erstellen. Um den Standortbezug herzustellen, musste die Software eine hinreichend genaue Ortung vornehmen können. Durch ein auf einem Server verwaltetes Punktesystem sollte der Spielreiz vergrößert werden.

Die Arbeit behandelt alle relevanten Aspekte der Thematik, angefangen von der Entwicklung der Spielidee über eine Analyse möglicher Plattformen für die Realisierung (Java ME und Apple iPhone OS), einer Untersuchung der zum Zeitpunkt der Erstellung noch sehr neuartigen technologischen Basis des iPhone OS und einem konkreten Umsetzungskonzept bis hin zur Implementierung und einem Feldtest mit ausgewählten Testnutzern. Die Arbeit hat einen sehr klaren Aufbau und konzentriert sich trotz der enormen Stofffülle auf das Wesentliche.

Alle getroffenen Entscheidungen wurden fachlich fundiert begründet. Aufgetretene technische Probleme (z.B. Lokalisierung des Benutzers und notwendige Reduzierung des Datenverkehrs zwischen Client und Server) wurden zusammen mit ihren Lösungen prägnant beschrieben. Die Gestaltung der Benutzeroberfläche ist in ausgezeichneter Weise gelungen. Kleinere Schwächen wurden im Feldtest ermittelt und analysiert. Eine daraus resultierende Liste von Verbesserungsvorschlägen rundet die Arbeit ab.

Possehl-Ingenieur-Preis

Die von dem ehemaligen Senator Possehl errichtete Stiftung, die er zu seiner Universalerbin eingesetzt hatte, fördert seit 1919 vielfältige Zwecke in Lübeck. So auch die Hochschulen und damit die Studierenden. Erst im Jahr 2007 beschloss die Vorsteherschaft der Possehl-Stiftung, die Geldpreise und Prämien zu erhöhen. Seit dem erhalten die Possehl-Ingenieur-Preisträger/-innen 5.000. Auch die (bis zu drei) Förderprämien im Jahr wurden mit dem Beschluss auf jeweils 1.500 erhöht. Die von der Fachhochschule Lübeck ausgewählten Arbeiten werden im Vorfeld einem externen Gutachtergremium/ Jury zur endgültigen Entscheidung vorgelegt.

 

 
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