Fachhochschule Lübeck
FAQ
1. Wofür steht QM?
QM ist das gängige Kürzel für ein Qualitätsmanagement. Es gibt grundlegende Definitionen in den entsprechenden Normen, aber mit einfachen Worten umfasst Qualitätsmanagement alle Maßnahmen und Aktivitäten zur Sicherung und Verbesserung der Qualität der Ausbildung und aller anderen Prozesse und Abläufe an unserer Hochschule.
Eine hohe Qualität kann nur erreicht werden, wenn alle dazu beitragen. Gemäß der DIN EN ISO 9004:2000 werden 8 Grundsätze für ein Qualitätsmanagement zur Erreichung der gesetzten Qualitätsziele formuliert:
2. Wieso macht die FH Lübeck ein hochschulweites QM-System?
Eine Hochschule wie die Fachhochschule Lübeck ist ein höchst komplexes Gebilde, das ständigen Strukturveränderungen ausgesetzt ist. Gesetzliche Regelungen, der vermehrte Zustrom von Studierenden, hohe Ansprüche an Lehre und Forschung, Serviceorientierung, all dies ist einer permanenten Veränderung unterworfen. Somit ist Qualität ein Thema, mit dem man sich ständig an der Fachhochschule auf allen Ebenen auseinandersetzt: in der Lehre, in der Forschung und in der Administration. Wer den Anspruch hat, zu den Besten zu gehören, muss sich an diesem Maßstab auch messen lassen. Dazu ist es notwendig, allgemeine Qualitätsstandards zu entwickeln und umzusetzen. Deshalb hat sich die Fachhochschule Lübeck entschieden, hochschulweit zu agieren und in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess ein QMS zu installieren. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung, die alle Bereiche der Hochschule einbezieht, kann eine effizientere Ressourcennutzung, eine Minimierung von Reibungsverlusten, eine noch größere Serviceorientierung und eine Steigerung der Zufriedenheit der einzelnen Hochschulmitglieder erreicht werden. Ein hochschulweites QMS mit vergleichbaren Standards, jedoch unter Einbeziehung der Verschiedenheit der Bereiche, bringt eine verbesserte Positionierung der Hochschule im Wettbewerb.
3. Welche Ziele hat die FH Lübeck für ihr QM-System definiert?
Das übergeordnete Ziel für die FHL ist die Sicherung des Standortes und der Arbeitsplätze der FHL durch gemeinsame hohe Qualitätsstandards. Damit geht eine gemeinsame auf Vertrauen und gegenseitigem Verständnis basierende Kommunikations- und Informationskultur einher. Aus diesen übergeordneten Zielen leiten sich die folgenden Unterziele ab:
4. Welche QM-Standards gibt es an der FH Lübeck?
Der Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen hat bereits ein Qualitätsmanagementsystem etabliert und ist nach der international gültigen Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Die Wahl des Standards unterstützt die regionalen, nationalen und internationalen Kooperationen mit Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Hochschulen. Die Zertifizierung wurde von unabhängigen, externen Gutachtern der Germanischen Lloyd Certification vorgenommen. Als wichtigste Kunden sieht der Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen seine Studierenden. Deshalb werden im Rahmen des Qualitätsmanagements regelmäßige Befragungen der Studierenden durchgeführt (Lehrevaluation), um durch das erhaltene Feedback die Qualität der Lehre kontinuierlich zu verbessern. Solche Befragungen werden auch bereits an den anderen Fachbereichen regelmäßig durchgeführt.
Modernes Qualitätsmanagement muss auch im Zusammenhang mit Umwelt- und Sicherheitsmanagement und den geltenden Gesetzen gesehen werden. Hier überprüft der Fachbereich Elektrotechnik bereits regelmäßig die Sicherheit der elektrischen Geräte der gesamten FHL. Weiterhin ist an der FHL als erste Hochschule Schleswig-Holsteins bereits ein Umweltmanagement etabliert worden, das nach der EU-Richtlinie EMAS II validiert ist.
5. Wer profitiert vom QM?
Von QM profitieren alle. Die Mitarbeiter durch strukturierte Arbeitsabläufe. So bleibt mehr Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben. Die Lehrenden durch eine Entlastung bei den Verwaltungsaufgaben. Das schafft Freiräume für Lehre und Forschung. Und schließlich die Studierenden durch ein optimales Studienumfeld.
6. Wer ist am QM beteiligt?
Alle Mitglieder der Fachhochschule Lübeck. Ein wirkungsvoller hochschulweiter QM-Prozess schließt jeden ein. Dies wurde sichergestellt durch eine hochschulweite Fragebogenaktion für alle Mitgliedergruppen (Studierende, Laboringenieure, MitarbeiterInnen, ProfessorInnen). Auf diese Weise konnte jeder die Problemfelder aus seinem Erfahrungsbereich in den Prozess einbringen. Die dahinterstehende Organisation des QM-Prozesses (QMPK, QM-Rat bzw. Senat und QM-Ausschuss des Senats) stellt sicher, dass die Problemfelder Eingang in den weiteren QM-Prozess finden. Eine weitere Einbindung der Hochschulmitglieder garantieren die aus den Problemfeldern gewachsenen Projekte.
7. Wie kann ich mich selber einbringen?
Bislang konnten sich Hochschulangehörige zum Auftakt des Prozesses mit dem Ausfüllen eines umfangreichen Fragebogens innerhalb der hochschulweiten Befragung beteiligen. Eine hohe Beteiligung stellt sicher, dass die richtige Basis für den Prozess gelegt ist. Diese bislang einmalige Befragung soll regelmäßig wiederholt werden. Da aber auch zeitnahe Änderungen aufkommen und neue Erkenntnisse gewonnen werden (müssen), werden auch andere Informationen, z.B. Evaluationsergebnisse oder einfache Rückmeldungen fortlaufend Eingang in das QMS finden.
Wer sich darüber hinaus in die aktive Lösung der Probleme einbringen will, hat die Gelegenheit, zu den definierten Problemfeldern in den eingesetzten Projektgruppen mitzuwirken. Dies setzt natürlich die notwendige Fachkenntnis und ein entsprechendes Engagement voraus. Die erfolgreiche Umsetzung der einzelnen Projekte lebt von der aktiven Kommunikation unter den Hochschulmitgliedern. Diese fördert nicht nur die stetige Befassung mit der Thematik, sondern übt zugleich auch einen Multiplikator-Effekt an der gesamten Hochschule aus.
8. Was ist mit den Ergebnissen der hochschulweiten Befragung passiert?
Die Fragebögen wurden zur Auswertung an eine externe, aber im Hochschulbereich etablierte Beratungsfirma gesandt. Die FH Lübeck erhielt daraufhin einen Ergebnisbericht, der als Grundlage für die Projektformulierungen diente.
Die Qualitätsmanagement-Projektkoordination (QMPK) sowie der QM-Rat priorisierten die Ergebnisse unter Berücksichtigung des Hochschulentwicklungsplans und der Profilbildung der Hochschule.

Und was passierte dann?
Es wurden Projektteams gebildet, die mit konkreten Ziel- und Meilensteinplänen die Probleme lösen werden. Ziel ist es, in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess alle Probleme im Laufe der Zeit zu bearbeiten. Alle weiteren Anmerkungen, die noch nicht in Bearbeitung sind und zukünftig hinzukommen, werden zentral erfasst und weiter in den QM-Prozess einbezogen..


9. Wird auch die Lehre durch den QM-Prozess beeinflusst?
Für die Lehre gibt es mit den semesterweisen Evaluierungen bereits ein Instrument der Qualitätssicherung. Leider führten in der Vergangenheit die Evaluationsergebnisse oftmals nicht zu konkreten Verbesserungen. Durch die Einbeziehung der Evaluationen in den QM-Prozeß werden die Strukturen aufgebaut, mit denen die Evaluation direkt zu einer besseren Lehre führt.
Zu den Evaluationen zählen auch die Befragungen von Erstsemestern und Studienabbrechern. Hier werden vor allem Erwartungen der Studierenden sowie Möglichkeiten von Verbesserungen, die zur Betreuung oder Beratung der Studierenden geleistet werden können, sichtbar. 
10. Wird auch die Gleichstellung durch den QM-Prozess beeinflusst?
In Zeiten knapper Ressourcen und gleichzeitigem Konkurrenzdruck wird der Umgang mit den Potentialen aller Beschäftigten immer wichtiger. So bietet z.B. eine an Chancengleichheit orientierte Personalentwicklungspolitik die Möglichkeit, Leistungen und Fähigkeiten von Frauen und Männern in Wissenschaft und Verwaltung gezielt einzusetzen und zu fördern. Strukturen können daraufhin überprüft werden, wie sie Potentiale und Entfaltungsmöglichkeiten von Frauen /Männern fördern oder behindern und wie sie ggf. zu verändern sind. Somit ist Chancengleichheit ein Qualitätsmerkmal, zu dem es keine Alternative gibt.
 
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