Der Studiengang Informatik/Softwaretechnik bietet ein anwendungsorientiertes, wissenschaftlich fundiertes Studium, das die Absolventinnen und Absolventen optimal auf ein erfolgreiches Berufsleben im Bereich der Informatik vorbereitet. Die Informatik ist eine Querschnittstechnologie, und das Ziel der Ausbildung ist die Befähigung zur Entwicklung von komplexen Softwaresystemen. Schwerpunkte der Ausrichtung des Studiengangs Informatik/Softwaretechnik sind:
Methoden der Softwaretechnik zur Entwicklung großer Softwaresysteme, Software-Architektur, Entwurfsmuster, Verteilte Systeme;
spezielle Themen der Softwaretechnik: Benutzungsoberflächen, Software-Ergonomie, Qualitätssicherung;
Informationssysteme, Organisation und Analyse großer Datenmengen, Sicherheit in Informationssystemen;
Betriebssysteme, Administration von Rechnersystemen, Betriebssystem- und Netzsicherheit, Rechnernetze;
Nutzung von Verfahren intelligenter Systeme (logische Programmierung, Maschinelles Lernen, Neuronale Netze, Unsicheres Wissen, evolutionäre Algorithmen) ;
Web-Technologien, Client/Server-Architekturen, serviceorientierte Architekturen (SOA), Semantic Web.
Deutlich stärker als in der bisherigen Studienrichtung KIM-Informatik sind im vorliegenden Bachelor-Studiengang die Lerninhalte zur Praktischen Informatik, also zur Software-Entwicklung hin ausgerichtet, wobei alle Aspekte der Softwaretechnik zum Tragen kommen.
Die Absolventen werden in allen Berufsbranchen einsetzbar sein, in denen die Entwicklung von Software, auch von sehr komplexen Softwaresystemen, gefragt ist. Das Spektrum dieser Berufsfelder ist sehr breit, da die Informatik als Querschnittstechnologie praktisch alle Bereiche in Industrie und Forschung erfasst hat.
"Heute entfallen bereits 60% der Wertschöpfung in der Flugzeugentwicklung auf Software und Kommunikationstechnik, 90% aller Innovationen im Auto haben mit Informatik zu tun. Software und Datenbanken sind zum zentralen Wirtschaftsgut der meisten Firmen geworden. Informatikkonzepte bestimmen die Grundstrukturen in den Unternehmen, zunehmend den Bildungssektor und immer stärker die Unterhaltungsbranche." [Gesellschaft für Informatik im Januar 2005].
Das Ausbildungsziel der umfassenden Ausbildung auf dem Gebiet der Praktischen Informatik wird durch eine ausgewogene Verteilung der Lerninhalte auf die 6 Semester erreicht. Aufbauend auf Grundlagen, die mittels Modulen zu den Bereichen Programmieren, Informatik, Rechnerstrukturen und Mathematik in den ersten beiden Semestern gelegt werden (angeboten auch für andere Studiengänge im Fachbereich Elektrotechnik), kommen alle wesentlichen Anwendungsfelder der Praktischen Informatik zum Tragen. Im Vordergrund steht dabei die Vermittlung von Methodenkompetenzen und essenziellen Qualifikationen, die im Beruf verlangt werden.
Gerade Themen wie Verteilte Systeme, Informationssysteme und Sicherheit im Zusammenhang mit Internet-basierten Anwendungen Bereiche, deren Bedeutung unaufhaltsam weiter anwachsen wird werden vertieft behandelt. Ein weit gefächertes Angebot an Wahlpflichtfächern bietet den Studierenden die Möglichkeit, auf einigen Gebieten Spezialwissen zu erwerben; unter anderem wird ein Wahlpflichtblock zur Technischen Informatik angeboten. Eine ausführliche Beschreibung der Module findet sich im Modulhandbuch (Anhang B).
Ein wichtiges Ziel ist es, den Studierenden eine informatische Denkweise zu vermitteln sie sollen insbesondere das abstrakte Denken in Modellen und in größeren Zusammenhängen lernen. Wichtiger als die Fähigkeit, viel Programmcode in kurzer Zeit zu erzeugen, ist das Vermögen, abstrakte Algorithmen zu entwerfen und zu bewerten, Gemeinsamkeiten von scheinbar ganz unterschiedlichen Problemstellungen zu erkennen, Muster und Bibliotheken zielsicher einzusetzen und immer das jeweilige Projekt als Ganzes im Auge zu haben. Die Absolventen dieses Studiengangs sollen auch durch den Erwerb von fachübergreifenden Kompetenzen in der Lage sein, ihr Wissen flexibel einzusetzen und sich neuen Gegebenheiten in ihrer Arbeitswelt problemlos anzupassen; so sind für eine angemessene Einordnung der eigenen Arbeit in Bezug auf die Zielsetzungen der Firma beispielsweise betriebswirtschaftliche Kenntnisse unabdingbar.
Im Studium werden stark praxisbezogene Lerninhalte vermittelt. Die betreuenden Hochschullehrer/innen verfügen über umfangreiche Berufserfahrung in Wirtschaft und Industrie. Durch den Einsatz moderner Technologien zur Wissensvermittlung und Kommunikation im Studium selbst erwerben die Studierenden umfassende praktische Kenntnisse in diesem Bereich.